ERATH Organisation GmbH

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Wir haben die sogenannten Zeitfallen schon öfters behandelt, aber sie sind so wichtig (besser ausgedrückt: ihre Vermeidung ist so wichtig), dass ich wieder einmal darauf eingehen möchte. Warum schaffen wir unsere Arbeit oft nicht so, wie wir es geplant haben? Trotz aller guter Vorsätze – es geht nicht immer so glatt. Irgendetwas hält uns von der Arbeit ab. Dabei haben wir doch so gut geplant! Und damit sind wir schon bei den „Zeitfallen“ oder auch „Zeitfressern“. Sie sind es nämlich, die unsere guten Vorsätze so oft (zer-)stören. Mit ihnen wollen wir uns in den nächsten Folgen der Tipps befassen. Unsere eigenen Zeitfallen müssen wir erkennen, denn nur dann können wir sie auch abstellen.

Mit zwei sehr häufig anzutreffenden Fallen wollen wir uns heute beschäftigen.

Die erste Falle ist auch unter dem Begriff „Aufschieberitis“ bekannt. Geht es Ihnen auch so? Sie haben eine Tätigkeit für den heutigen Arbeitstag geplant und dann ... Vielleicht fehlen Ihnen noch Informationen, vielleicht fehlt Ihnen die Geduld für diese Aufgabe, vielleicht einfach auch nur die Lust. Das mag ja alles menschlich sein, aber die „Aufschieberitis“ ist eine äußerst perfide Falle. Wir müssen sie bekämpfen. Wie schaffen wir das? Erst einmal dadurch, dass wir unsere Aufgaben sorgfältig und mit Prioritäten planen.
Dann müssen wir diese Aufgaben systematisch abarbeiten, konsequent! Das kostet Selbstdisziplin, führt aber auch zu schönen Erfolgserlebnissen. Eine Aufgabe, die man abstreichen kann, weil sie erledigt ist, stellt immer auch ein kleines Erfolgserlebnis dar
(und das sieht doch auch im Outlook prima aus). Verzichten Sie nicht auf diese kleinen angenehmen Dinge des Arbeitstages!

Es gibt einen ganz klaren, nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Aufschieben von Aufgaben und der eigenen Effizienz
(und damit letztendlich auch der Effektivität!). Je seltener Sie geplante Aufgaben aufschieben, desto erfolgreicher (und effizienter!)
werden Sie in Ihrer Arbeit. Es lohnt sich also, die „Aufschieberitis“ zu vermeiden. Arbeiten Sie mit aller Kraft daran. Wenn es Ihnen gar zu schwer fällt, dann belohnen Sie sich doch dafür, dass Sie an einem Arbeitstag nichts aufgeschoben haben, vielleicht mit einem
Cappuccino in Ihrem Lieblingscafé auf dem Nachhauseweg. Ein wichtiger erster Schritt bei der Bekämpfung dieser Zeitfalle ist die konsequente Beachtung der Prioritäten. Wenn wir es in diesem ersten Schritt schaffen, wirklich jeden Tag mit der Erledigung der
Aufgaben zu beginnen, denen wir die höchste Priorität zugeordnet haben (und diese Arbeiten dann natürlich auch „durchziehen“),
dann haben wir schon sehr viel erreicht.

Die zweite Falle, mit der wir uns näher befassen wollen, hat auch etwas mit der „Aufschieberitis“ zu tun. Wie geht es Ihnen denn mit Aufgaben, die Ihnen – aus welchen Gründen auch immer – unangenehm sind? Aufschieben? Das ist sicher die falsche Entscheidung.
Was passiert denn, wenn wir eine uns unangenehme Aufgabe aufschieben? Sie wird – erstens – nicht erledigt und sie schwirrt uns – zweitens – weiter im Kopf herum. Und wenn uns etwas Unangenehmes im Kopf herumschwirrt, dann sind wir innerlich nicht so recht
frei für die anderen Aufgaben. Schon wieder verlieren wir an Effizienz! Werden Aufgaben denn weniger unangenehm, wenn wir sie verschieben? Natürlich nicht – eher ist das Gegenteil der Fall. Denken wir nur an den aufgeschobenen Zahnarztbesuch. Je länger wir
diese „Begegnung der unangenehmen Art“ hinauszögern, desto schwieriger und auch schmerzhafter wird oft die Behandlung. Ziehen wir also auch daraus die einzig vernünftige Konsequenz: Unangenehme Aufgaben bekommen die höchste Priorität und werden folglich zuallererst abgearbeitet

Also: Wenn Sie mit Ihrem Kollegen etwas Unangenehmes besprechen müssen, verschieben Sie das Gespräch nicht.
Führen Sie es gleich!

Danach geht es Ihnen dann wieder viel besser und Sie können sich voller Elan über die anderen Aufgaben hermachen.
Die bringen Ihnen wieder Erfolgserlebnisse, Motivation und Freude. Es geht mit viel mehr Schwung an diese angenehmeren
Aufgaben des Tages. Welch schönes Gefühl! Und auch das ist eine Tatsache: Oft erweist sich die im Vorfeld so unangenehm
erscheinende Aufgabe hinterher als völlig harmlos.

Und noch nebenbei: Das Aufschiebeverhalten wird auch wissenschaftlich untersucht und trägt dann den schönen Namen
Procrastination“ – schon gehört?